Möglichkeiten der Behandlung

Die MS ist zwar zurzeit leider noch nicht heilbar, aber immer besser behandelbar. Nach neuen Erkenntnissen soll frühzeitig mit einer Dauertherapie begonnen werden. Jüngst konnte gezeigt werden, dass durch eine Frühtherapie mit Interferon beta bereits nach dem ersten Schub das Auftreten des zweiten Schubes hinausgezögert werden kann.
Der akute Schub sollte schnellstmöglich aber nur kurz mit hochdosiertem Kortison behandelt werden. Eine Kortisondauertherapie ist wegen der Nebenwirkungen zu vermeiden.
Zur Dauertherapie der schubförmigen MS stehen drei beta-Interferone (IFN) und Glatirameracetat zur Verfügung. Mit Natalizumab wurde jüngst ein neues wirksames Medikament zugelassen, das bei Therapieversagen von IFN oder GLAT und bei akuten MS-Verläufen eingesetzt wird. Intravenöse Immunglobuline und Azathioprin sind Medikamente der zweiten Wahl. Bei schnell fortschreitender MS ist Mitoxantron ein wirksames Medikament, das allerdings wegen möglicher Nebenwirkungen einer intensiven Überwachung bedarf.  Zur Zeit werden weitere erfolg versprechende  Medikamente zur Therapie verschiedener Formen der MS untersucht, es ist zu erwarten, dass die  Krankheit immer besser behandelbar wird. Auch Symptome der MS wie Spastizität, Gangstörungen, Blasenstörungen, Schmerzen können behandelt werden. Dabei ergänzen sich oft medikamentöse Therapien, Krankengymnastik, Ergotherapie, Elektrotherapie, Sprech-, Atem- und Schlucktherapie sowie gegebenenfalls Entspannungstherapien und Psychotherapie im Sinne einer umfassenden „ganzheitlichen“ Behandlung. Auch pflanzliche Medikamente können eingesetzt werden, wobei auch diese – wie alle wirksamen Arzneien - durchaus Nebenwirkungen haben.
Immer wieder werden auch „Wundermittel“ und „Wunderheilungen“ angeboten, die meist  teuer und oft auch gefährlich sind. Hier sollte immer ein Experte gefragt werden, Schwerpunktpraxen und MS-Spezialkliniken, MS-Ambulanzen und die DMSG können diesbezüglich beraten.
Die DMSG hat Therapieempfehlungen veröffentlicht, die von den ärztlichen Beiräten der MS-Gesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz erarbeitet wurden.
Neben Beratung durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter bietet die DMSG Informationsmaterial, Selbsthilfegruppen und Seminare an.