Projekt "Betroffene begleiten Betroffene"

Begleitung durch Gleichbetroffene basiert auf den Gedanken der „Selbstbestimmt-Leben-Bewegung“, die ursprünglich in den USA entstand. Dabei werden die durch eigenes Erleben im Umgang mit der chronischen Erkrankung gewonnenen Erfahrungen der Begleiter/innen als Ressource genutzt, um im Gespräch mit den Ratsuchenden diese zu ermutigen, ihr Leben trotz und mit MS selbstverantwortlich zu gestalten. Sie erhalten die gewünschten Informationen und erfahren durch das gelebte Beispiel der gleichbetroffenen Gesprächs-partner/innen unmittelbar, dass man trotz Behinderung ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führen kann.

Die Eigenbetroffenheit des Begleiters macht es sicher manchen Ratsuchenden leichter, Hemmschwellen zu überwinden, kann Nähe und Vertrauen schaffen und ermöglicht durch die Vorbildfunktion das „Lernen am Modell“ in Bezug auf den Umgang mit der Krankheit und den aus ihr resultierenden Problemen.
Nun könnte man einwenden, dass dies ja auch in den Selbsthilfegruppen möglich ist. Das stimmt natürlich, aber es gibt eben auch viele MS-Erkrankte, die sich scheuen, sich einer Gruppe anzuschließen.
So kann das Projekt neben den bewährten Unterstützungsangeboten des Landesver-bandes (Informationsveranstaltungen und Broschüren, Beratung durch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen im Sozialdienst und Erfahrungsaustausch in den Selbsthilfegruppen) zu einer wertvollen Erweiterung unserer Angebotspalette werden und auch Menschen an-sprechen, die wir bisher nicht erreicht haben.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen werden für diese verantwortungsvolle Tätigkeit vom Landesverband geschult (drei Wochenendseminare) und nehmen regelmäßig an Super-vision und Fortbildungsveranstaltungen teil.